Journalismus Jetzt 2019: Euphorie trifft Pessimismus

Vom 8.  – 10. November 2019 fand «Journalismus Jetzt» statt, der Netzwerk- und Weiterbildungsanlass des des Verbands Junge Journalisten und Journalistinnen Schweiz (JJS). Im Zuge dessen trafen rund 70 junge Journalisten und jene, die es werden wollen, während drei Tagen auf dem Zürcher Toni-Areal aufeinander, um sich drei Tage lang intensiv mit dem Journalismus auseinanderzusetzen.  

Das Programm der diesjährigen Ausgabe von «Journalismus Jetzt» war vielfältig: Neben Redaktionsbesuchen – beispielsweise bei der NZZ, der Republik, Radio Energy oder dem Blick – standen Inputvorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops auf dem Programm. Dabei war der erste Tag gefüllt mit Redaktionsbesuchen, einem Vortrag des Republik-Journalisten und JJS – Gründer Elia Blülle sowie einer Diskussion zum Thema Zentralisierung der Schweizer Medienlandschaft, während der zweite Tag vor allem durch diverse Workshops begeisterte.

Dabei hinterliessen vor allem die letzten beiden Programmpunkte ein gemischtes Gefühl bei den jungen Journalisten: Rief nämlich Elia Blülle dazu auf, unkonventionell und optimistisch zu sein und einfach auszuprobieren («Tauscht euch aus! Geschichten findet ihr überall!») und für den freien Journalismus eine Lanze brach, widersprachen ihm die Podiumsteilnehmer vehement. Vor allem Impressum-Präsidentin Franca Siegfried ging sogar so weit, den freien Journalismus für nicht mehr möglich zu erklären, da schlichtweg die Nachfrage nach Journalisten fehle. Nach dem Podium waren vor allem die ganz jungen Journalisten ein wenig vor den Kopf gestossen, drehte sich die Diskussion doch darum, dass die Branche, in welcher sie dereinst eine Karriere anstreben, die erträumten Chancen vielleicht bis dann längst nicht mehr bieten kann.

Trotzdem beteiligten sich am nächsten Tag alle jungen Journalisten mit grossem Engagement in ganztägigen Workshops. Die Themen reichten von Grundlagen des Justizjournalismus bis hin zu Videojournalismus und Podcasting. Dabei waren erfahrene Journalisten, die dem Nachwuchs Know-How, Tricks und Motivation mitgeben konnten. Abgerundet wurde das zweitägige Programm schliesslich durch den Besuch zahlreicher Medien und Medienschulen, die für sich warben sowie die Präsentation des Online-Magazins «Venty».

Am Schluss des zweiten Tages feierten die Jungen Journalisten alle gemeinsam – die Medienlandschaft, den Journalismus und auch ein bisschen sich selbst. Am Ende von Journalismus Jetzt 2019 bleibt vieles: Viel Inspiration, viel Motivation, viel neues Wissen und viele neue Freunde. Und wer weiss – vielleicht wird in einigen Monaten der eine oder andere Artikel, Podcast oder Videobeitrag nur wegen diesem Wochenende produziert worden sein. Denn trotz leicht pessimistischer Tendenz: Die grosse Mehrheit der Teilnehmer ist  motiviert und voller euphorischer Hoffnung für die krisengebeutelte Branche.

  • Ich bin 17 Jahre alt und besuche des Gymnasium am Münsterplatz. Ich interessiere mich für Politik und Geschichte und möchte letzteres auch studieren. Als Vizepräsidenten des Vereins übernehme ich die Aufgabe, alle mit zu vielen und zu ambitionierten Ideen den Kopf zu füllen.

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