Google Pixel 2 XL – Das Gerät, der Trend und ein Mythos

Google meint es nun wirklich ernst: Das Pixel 2 kann mehr als nur mithalten. Aber lohnt sich der hohe Preis?

 

Das Gerät

Kaum hat man den Power-Button das erste Mal gedrückt, strahlt dem Benutzer das vertraute, minimalistische Google-Logo entgegen. Schlicht, simpel und elegant, so kommt auch das Gerät daher: Das Pixel 2 ist wahlweise erhältlich in schwarz, weiss oder blau, die XL-Variante in schwarz/grau sowie in schwarz/weiss. Die Verarbeitung ist hervorragend. Das Gerät liegt angenehm in der Hand und fühlt sich sehr hochwertig an. Das schlichte Design überzeugt, aber besonders elegant ist das Display des Pixel 2 XL: Auch wenn die Ränder nicht die schmalsten sind und das Display zuerst schlechte Presse erhielt (der Fehler ist nun behoben), ist es ein Schmuckstück. Es ist hell, die Farben sind kräftig und die abgerundeten Ecken erzeugen eine gewisse Eleganz. Die Auflösung beim kleineren Gerät beträgt 1920 x 1080 Pixel, das XL kommt im 18:9-Format mit 2880 x 1440 Pixel.

A Google employee holds up a Google Pixel 2 XL phone at a Google event at the SFJAZZ Center in San Francisco, Wednesday, Oct. 4, 2017. (AP Photo/Jeff Chiu)
A Google employee holds up a Google Pixel 2 XL phone at a Google event at the SFJAZZ Center in San Francisco, Wednesday, Oct. 4, 2017. (AP Photo/Jeff Chiu)

Die Kamera ist ein absolutes Wunderwerk, auch wenn es auf dem Papier nicht unbedingt danach aussieht. Die 12.2-Megapixel-Kamera vorne und die acht Megapixel-Selfiekamera schiessen Bilder, die ohne Probleme mit den Konkurrenten von Apple, Samsung und Co mithalten können. Was die Kamera mit ihrer Hardware nicht kann, gleicht sie mit ihrer Software aus. Mithilfe künstlicher Intelligenz wird das Bild verbessert, oder wahlweise auch im Portraitmodus der Hintergrund unscharf gemacht. Dies funktioniert zuverlässig und macht grosse Freude. Auch die anderen Modi funktionieren ausgezeichnet und Videos haben eine gute Qualität, die Bildstabilisierung ist gut.
Man muss aber keine Angst haben, dass die geschossenen Fotos und Videos zu viel Speicherplatz benötigen: Google bietet zwar nicht die Möglichkeit, den Gerätespeicher zu erweitern, jedoch werden zusätzlich fünf Gigabyte kostenloser Online-Speicherplatz bereitsgestellt.

Nun zu einigen Details: Obwohl Google noch über Apple spottete, als diesen den Kopfhöreranschluss wegliessen, fehlt dieser nun auch bei ihrem Flaggschiff. Ein Adapter für Kopfhörer lässt sich im Lieferumfang finden, genauso wie ein Adapter um das Smartphone schnell mit einem anderen Gerät zu synchronisieren. Dazu allerdings später mehr.

Ein weiteres Highlight sind auf jeden Fall die Stereo-Lautsprecher, die einen beeindruckend hochwertigen Klang bieten und beide auf der Vorderseite des Gerätes liegen.

Der Google Assistent übertrifft Siri dank künstlicher Intelligenz nun um Welten. Neu soll er sogar selbstständig telefonisch Termine organisieren können, in dem der Assistent eigenständig Anrufe tätigt. (Mehr dazu hier
Ob ich ihn deswegen benutze? Nein, aber beeindruckend ist es trotzdem.

Ein Fingerabdrucksensor liegt auf der Rückseite des Gerätes und funktioniert schnell und zuverlässig.

Nun zum Preis, hier kommt der Dämpfer: Die Pixel-Serie folgt dem Trend der anderen Flaggschiffe und das Pixel 2 kostet mit 64 GB Speicherplatz mehr als 850 Franken, mit 128 GB kommen weitere 100 Franken dazu. Das Pixel 2 XL kostet in beiden Ausführungen knapp 1000 Franken, was zweifelsohne ein stolzer Betrag ist.

Als Fazit muss man eines besonders festhalten: Der Gebrauch dieses Smartphone macht Spass! Die Kamera ist fantastisch, die Bedienung simpel und schnell – einzig der hohe Preis ist ein Manko.

Der Trend

Doch in welchem grösseren Kontext lässt sich dieses Smartphone einordnen?

Es ist ein weiteres Smartphone, das zu teuer ist, als dass es sich Schwachpunkte leisten könnte. Im Kampf um das schnellste, stärkste und intelligenteste Smartphone haben sich die grossen Unternehmen bis zur Absurdität angestachelt und hat dabei den Nutzer aus dem Fokus verloren.

Der Grund, wieso Mikrowellen kein HD-Display haben, ist simpel: Sie brauchen keines, um das zu erledigen, was wir Benutzer möchten. Die Kosten für dieses Display wären grösser als ihr Nutzen; die Mikrowelle ist besser als sie sein muss.  Nun weg von dieser verlockenden Vorstellung von Kinofilme auf der Mikrowelle schauen, während passend das Popcorn knattert und zurück zum Google Pixel.

Die aktuellen High-End-Smartphones scheinen nun diesen unpraktischen Schritt zu gehen: Denn während Prozessoren und Kameras entwickelt werden, die noch schneller und noch leistungsstärker sind, drängt sich die Frage auf, ob uns, den Nutzern, das tatsächlich noch etwas bringt. Was braucht es denn wirklich, damit ein Smartphone unseren Anforderungen entspricht? Denn die erreichten Fortschritte sind schon beeindruckend, aber ein doppelt so schneller Prozessor zeigt sich bei der normalen Nutzung nicht merklich. Deutlich bemerkbar macht sich jedoch der erhöhte Preis. Die Frage nun lautet, wie lange wir weiterhin neue Geräte kaufen werden? Die Antwort auf diese Frage lautet überraschenderweise: Vielleicht nicht mehr lange, was man in diesem interessanten Beitrag sehen kann

Der Mythos

Zuletzt möchte ich noch mit einem Mythos aufräumen: Das Wechseln von Geräten und das damit verbundene Transferieren der Daten ist nicht, wie von vielen befürchtet, umständlich und kompliziert: Mittlerweile gibt es sowohl von iOS zu Android wie auch in die Gegenrichtung einfache Methoden, um seine Daten zu übertragen. Google liefert direkt einen Adapter mit, mit dem man sein iPhone via Ladekabel direkt an das Pixel anschliessen kann. In die Gegenrichtung hilft die App „Move to iOS“, die von Apple direkt im Play Store zur Verfügung gestellt wird.

  • Philippe Kramer

    Chefredaktor

    Ich bin Schüler am Gymnasium Leonhard und bin seit dem Sommer 2017 Chefredakteur bei Quint. In meiner Freizeit interessiere ich mich für Fotografie und Bildbearbeitung. Doch in keinem Lebensbereich darf die Leidenschaft für gute Diskussionen zu kurz kommen.

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