«Gesprächsstoff Quint – junges grünes bündnis nordwest»

Divest Now! – Meine Meinung zu Investitionen in Kohle, Öl und Gas

Klimaschutz liegt hierzulande zum Glück schon vielen Leuten am Herzen und doch sind wir noch weit entfernt von einer klimafreundlichen Gesellschaft. Die Förderung des öffentlichen Verkehrs, der Isolation von Gebäuden und der erneuerbaren Energien ist oft im Fokus der schweizerischen Klimaschutzdebatte. In diesen Bereichen gibt es auch schon einige Erfolge zu verzeichnen, oder zumindest ein Bewusstsein in der Bevölkerung. Hingegen geht oft vergessen, dass schweizerische Finanzinstitute mit ihren milliardenschweren Investitionen in fossile Energie rund das 20-fache der inländischen CO2 Emissionen verursachen.(Ref 1)

Geld grilliert die Welt

Investitionen in fossile Energieträger und deren Förderung nehmen enorme Ausmasse an. So werden zum Beispiel knapp 11 Prozent der US-Aktienanlagen der Schweizerischen Nationalbank in fossile Energie investiert.(Ref 2, 3) Diese Investitionen befeuern die Klimakatastrophe in grossem Ausmass und sind inkompatibel mit nationalen und internationalen Verpflichtungen der Schweiz bezüglich Klimaschutz, zum Beispiel dem Pariser Abkommen.(Ref 4) Zudem sind diese Investitionen grossen Schwankungen ausgesetzt und drohen mit kommenden Klimaschutzmassnahmen enorm an Wert zu verlieren. Die sogenannte Carbon-Bubble könnte so zu Milliardenverlusten bei Staat und Pensionskassen führen.

Die Situation ist absurd. Die Schweiz engagiert sich mit nationalen Vorlagen wie dem CO2-Gesetz, sowie mit internationalen Abkommen für den Klimaschutz und dennoch investieren Institutionen wie die Nationalbank, die Altersvorsorge und Pensionskassenfonds weiterhin im grossen Stil in Kohlekraftwerke und Ölpipelines. Dabei ginge es auch anders, unzählige Organisationen weltweit wie zum Beispiel der Norwegische Staatsfond zeigen, dass Investitionen in klimaschädliche Unternehmen problemlos abgestossen werden können.(Ref 5) Zum Schutz des Klimas und zur Verhinderung von Finanzblasen sollen die Nationalbank und Pensionskassen so schnell wie möglich aus diesen Investitionen aussteigen und der Finanzplatz Schweiz soll eine Führungsrolle im Wandel hin zu einer ökologischen Wirtschaft werden.

Um hier Druck zu machen, haben wir im Rahmen einer schweizweiten Kampagne der Klima-Allianz die Grossrät*innen der Grünen Basel-Stadt und BastA! aufgefordert, das Divestment ihrer Pensionskassengelder zu verlangen. Zusammen haben wir zudem auf dem Marktplatz demonstrativ einen Globus auf einem Grill mit symbolischem Falschgeld grilliert. Diese Inszenierung sollte die Regierung ermutigen, einen ausstehenden politischen Vorstoss der Grünen Fraktion im Grossen Rat zu Divestment der Pensionskasse Basel-Stadt möglichst rasch und positiv zu beantworten. Die Aktion erreichte nebst vielen Politiker*innen zudem die lokalen Zeitungen und erregte viel Aufsehen in den Sozialen Medien. Dies hat dazu beigetragen, das Thema Divestment in Basel mehr in den Vordergrund zu rücken.

Autor: Marcel Trefny, Vorstand Junges Grünes Bündnis, Kontaktperson Klima Arbeitsgruppe Junge Grüne Schweiz

 

Referenz 1: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/wirtschaft-konsum/mitteilungen.msg-id-59285.html, abgerufen 21.4.18

Referenz 2: http://www.artisansdelatransition.org/rapports/carbon-invest-schweizer-nationalbank.pdf, abgerufen 8.10.17

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