Während Befürworter und Gegner sich noch darüber streiten, ob bei einer Annahme der No-Billag Initiative die SRG weiterbestehen könnte, ist der Schaden an der Informationskultur unausweichlich.

Neu müsste die SRG darum kämpfen, so viele Menschen wie möglich mit ihrem Angebot zu erreichen, weil nur so weiterhin die nötigen finanziellen Mittel aufgebracht werden könnten, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Doch sobald ein Informationsmedium finanziell von seinen Konsumenten abhängig ist, muss es sich an ihr Zielpublikum anpassen, um so grössere Einnahmen zu erwirtschaften.

Ein Abonnementsystem oder auch den Versuch, sich ausschliesslich über Werbeeinnahmen zu finanzieren, basieren alle auf der Gunst der Konsumenten – und die muss erworben werden. Diese Abhängigkeit führt zu einer Verschiebung von Informations- zu Unterhaltungsmedium. So muss nicht nur über das Weltgeschehen informiert werden, sondern die Berichte müssen dem Zuschauer auch entsprechen. So wie es heute bereits bei Zeitungen zu beobachten ist, werden die verschiedenen Sender die Nachrichten anders gewichten – ausgerichtet nach ihrer Zielgruppe. Wie man am Beispiel Amerikas bestens beobachten kann, unterstützt eine solch gespaltene Medienlandschaft eine Spaltung der Gesellschaft in zwei Extreme.

Radikal sind auch die beiden Optionen, die diese Abstimmung bietet: alles oder nichts.
Nur wenn die Initiative abgelehnt wird, kann eine konstruktive Debatte darüber beginnen, wie die SRG in der Zukunft aussehen soll und ob man die Billag-Gebühren wie Steuern behandeln soll. So wäre die Höhe der Billag abhängig vom Einkommen der Zahlenden und wären eine kleinere Belastung für ärmere Haushalte. Doch wenn die Initiative angenommen wird, dann wird dieser radikale Schritt kein Zurück zulassen. Die SRG, wie wir sie heute kennen, würde es nicht mehr geben: Eine SRG, die trotz ihrer berechtigten Existenzangst eine ausgewogene Berichterstattung zu dieser Abstimmung bietet.

Und genau darin liegt der Vorteil der SRG: Durch ihre gesicherte Finanzierung können sie die Bevölkerung durch eine Abstimmung führen, die eigentlich nicht in ihrem Interesse ist. Und diese ausgewogene und nach Möglichkeit objektive Berichterstattung ist das Fundament einer starken Demokratie.

  • Philippe Kramer

    Chefredaktor

    Ich bin Schüler am Gymnasium Leonhard und bin seit dem Sommer 2017 Chefredakteur bei Quint. In meiner Freizeit interessiere ich mich für Fotografie und Bildbearbeitung. Doch in keinem Lebensbereich darf die Leidenschaft für gute Diskussionen zu kurz kommen.

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