Ein Kommentar von Stanislaw Zytynski

Am 1. Dezember fand im Club “Space” der Leoball statt. Eine Veranstaltung für, man würde meinen, Gymnasiasten und Gymnasiastinnen, organisiert durch Schüler am Gymnasium Leonhard.

Eine gute Sache also, Schüler machen etwas für andere Schüler, dies unterstützen ich natürlich sehr. Doch leider war dem nicht so. Der Eintrittspreis lag bei 15.- bzw. 20.- an der Abendkasse, hinzu kommt der Preis für die Garderobe von 2.-. Dies bedeutet, dass ein Gymnasiast, obwohl dieser nichts verdient, mindestens 17 CHF zahlen muss um den Leoball zu besuchen. Wäre der Eintrittspreis in Kombination mit einem Getränk gewesen, könnte man noch ein oder zwei Augen zudrücken. Aber um lediglich das Gebäude betreten zu dürfen, ist dieser Preis eine Unverschämtheit. Was so viel kostet, sollte auch entsprechend leisten, tut der Leoball aber nicht.

Doch dies scheint kein einmaliges Ereignis zu sein. Vor einigen Wochen fand ein Ball am Gymnasium am Münsterplatz statt, auch dort überschritten die Preise die für Schüler angebrachte Höhe von 5 – 10.- mit einem Eintritt von 15.-. Man muss jedoch eingestehen, dass Essen und Trinken dabei inbegriffen war. Dies war beim Leoball nicht der Fall.

Auch die Musik, die an einem Ball gespielt wird, sollte dem Publikum entsprechen. Meiner Meinung nach kann man mit einer lokalen Band nicht viel falsch machen. Ich glaube dies haben sich die Veranstalter des Leoballs auch gedacht als sie die Newcomer Punk Band Halbrahm angefragt haben, ob diese nicht beim Leoball spielen wollen. Leider lag ihnen diese Band, welche aus Gymnasiasten bestand nicht ganz am Herzen und sie setzten diese auf den Anfang der Veranstaltung um 10 Uhr. Im Anschluss spielten die Veranstalter eine Torsomassagemusik, welche so wenig mit dem Geschmack der Anwesenden zu tun hatte, wie eine Punkband an einem Wiener Ball.

Für einen Gymnasiasten-Ball war auch der Ort komplett falsch gewählt. Ausserhalb des Stadtzentrums auf dem Wolf, weit abgelegen von jeglichem Nachtleben. Die Anfahrt dauert eine dreiviertel Ewigkeit, vorausgesetzt man findet die Veranstaltung überhaupt. Der Club selbst war sehr chaotisch und obwohl am Eingang die Ausweise mit viel Tamtam geprüft wurden, kamen auch unter 18 Jährige ohne Probleme in den Raucherbereich, welcher direkt neben der Tanzfläche platziert war. Die restliche Raumsituation war die eines typischen Clubs, nicht nach meinem Geschmack, aber ganz in Ordnung. Hier möchte ich noch erwähnen, dass mich das Alter des Publikums verwirrte, viele der Anwesenden waren unter 18, wenn nicht sogar unter 16, doch waren angezogen und benahmen sich wie 25 jährige Clubgänger. Und um nochmals auf den Preis zurückzukommen. Die Kosten, schienen mir sehr hoch, sowie die gesamte Veranstaltung sehr professionell. Meine Kritik geht somit nicht primär an die Schüler, die den Ball organisiert haben, sondern an jene, welche dem Clubbesitzer so viel Freiraum boten. 

Schlussendlich finde ich es ungeheuerlich, dies einen Leoball zu nennen. Die Verbindung zum Leonhard ist mir nicht ersichtlich, ausser dass der prozentuale Anteil der Besucher aus dem Leonard grösser war als normalerweise. Das Problem dabei ist, dass sich dieser “Leoball” hinter der gesamten Institution des Leonhards versteckt, ohne dass er annähert für Gymnasiasten geeignet wäre. Dies war einfach eine weitere Party, wie wir sie aus den zähligen Clubs in Basel kennen. Hier liegt meiner Ansicht nach das Kernproblem. Es gibt keine Feste für Gymnasiasten und wenn es welche gibt, sind sie oft in einem sehr geschlossenen Rahmen, unverhältnismässig teuer oder, wie wir anhand vom “Leoball” gesehen haben, einfach eine weitere Party hinter einer Fassade einer öffentlichen Institution.

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