Holocaust oder Holohoax?

Tatsachen wie der Holocaust werden noch immer öffentlich angezweifelt. Hauptmotive sind fanatischer Nationalsozialismus und Antisemitismus. Es gibt zahlreiche Bücher, die den Genozid, den die Nazis an den Juden ausgeübt haben, anzweifeln, doch heutzutage sind diese nicht mehr sehr relevant: Das Schlachtfeld der Holocaustleugner ist das Internet.

 

«(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.

(4) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer öffentlich oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt.»

 

Dies ist ein Ausschnitt aus § 130 des deutschen Strafgesetzbuches, das sich mit der Leugnung und Verherrlichung der Taten der Nazis beschäftigt. Besonders viel Aufsehen erregten diese Gesetze in Zusammenhang mit der öffentlichen Leugnung und Verharmlosung des Holocausts, in den letzten zwei Jahrzehnten immer mehr auch online. Gegner des Gesetzes berufen sich auf die freie Meinungsäusserung, doch da Volksverhetzung wie Rassismus gegen das Menschenrecht der Gleichheit ist, wird sie durch Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft.

Trotzdem werden Tatsachen wie der Holocaust immer noch öffentlich angezweifelt. Hauptmotive sind fanatischer Nationalsozialismus und Antisemitismus. Es gibt zahlreiche Bücher, die den Genozid, den die Nazis an den Juden ausgeübt haben, anzweifeln, doch heutzutage sind diese nicht mehr sehr relevant: Das Schlachtfeld der Holocaustleugner ist das Internet, es gibt unzählige Autoren, die die Anonymität des Internets ausnutzen, um ihre Ansichten betreffend des Holocaust zu verbreiten und ungeschoren davonzukommen. Dies spielt sich hauptsächlich auf vielen kleineren Webseiten ab, was es zusätzlich schwierig macht, Massnahmen dagegen zu ergreifen. Auch auf Twitter wird heftig Propaganda geführt: Unter Hashtags wie «#holohoax» werden unzählige, faktenignorierende Beweise aufgeführt, wieso der Holocaust ein «hoax» sei. Zahlreiche Twitteraccounts existieren nur, um die Verbreitung solcher Falschinformationen zu begünstigen. Auch hier werden sie von der Anonymität des Internets und durch ihre schiere Zahl geschützt.

Ein Grossteil der Holocaustleugner teilt die nationalsozialistischen Ideale einer Gesellschaft. «Sie betrachten das Leugnen und Relativieren des Holocaust als notwendige Voraussetzung dafür, wesentliche Ziele des Nationalsozialismus zu rehabilitieren und politisch zustimmungsfähig zu machen.»: Sie glauben, durch die Holocaustleugnung die Basis für das Vierte Reich schaffen zu können.

Beweisen lässt sich der «Holohoax» mit antisemitischen Verschwörungstheorien: Die Juden seien die Bösen, sie hätten den Holocaust inszeniert, um Deutschland zu erpressen, um dem «Weltjudentum» mit Entschädigungsgeldern die Kasse zu füllen und den Staat Israel zu schaffen. Ihre Vorgehensweise: Konkrete Beweise wie das Protokoll zur Besprechung der Wannseekonferenz im Januar 1942, in der dem «Gesamtlösung der Judenfrage in Europa» festgehalten wurde, oder eine im Originalzustand erhaltene Gaskammer wie die im KZ Majdanek werden einfach weggewischt oder als Fälschungen bezeichnet. Dafür kommen Aufforderungen wie die, eine Originalgaskammer in Auschwitz zu besuchen, was nicht möglich ist, da diese kurz vor dem Eintreffen der russischen Truppen in einem Versuch der Täter, Spuren zu verwischen, gesprengt wurden. Trotz solch schlechter Beweise werden diese Theorien von vielen Menschen geglaubt; daher die Devise: «Spread Awareness». Ein Verbrechen wie der Holocaust darf nicht verharmlost werden, es darf nicht vergessen werden und vor allem darf es sich nie wiederholen.

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