Wolfgang Tillmans

Das Portrait eines Fotografen

Rieke Volkenandt

Wolfgang Tillmans, geboren am 6. August 1968, ist ein deutscher Fotograf und Künstler, der zurzeit in Berlin und London lebt.

Schon als Jugendlicher interessierte sich Tillmans für die Photographie und Kunst. Später liess er sich unter anderem von Andy Warhol und Robert Rauschenberg inspirieren. Durch seine frühen Arbeiten wurden schnell Leute auf ihn aufmerksam, wodurch er schon bald mit verschiedenen Magazinen wie «Tempo», «Spex» und «Prinz» zusammenarbeitete.

Tillmans studierte in Poole, England am Bournemouth and Poole College of Art and Design. Danach lebte er bis 1997 mit dem Maler Jochen Klein zusammen in London und New York. 2000 gewann Tillmans als erster Nicht-Engländer den wichtigsten Kunstpreis von England, den «Turner Preis», 13 Jahre später zog er nach Berlin.

Tillmans fotografiert nicht nur, sondern wirkte auch in verschieden Filmen, Videos und Gestaltungen mit. Darunter auch in einem Musikvideo der «Pet Shop Boys».

2009 gewann er den Kulturpreis der «Deutschen Gesellschaft für Photographie». Er wurde Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und der Royal Academy of Arts in London.

Als Höhepunkt gewann er 2015 den Hasselblad Foundation International Award in Photography.

Seine Kunst gehört zur Epoche der Zeitgenössischen Kunst. Mit seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit verschiedenen Themen, darunter vor allem mit gesellschaftlichen und natürlichen. In seinen Werken findet man oft Themen der Ästhetik und der Politik, wobei Tillmans auch oftmals Wahrheitsansprüche und Wirklichkeitsentwürfe in Bezug auf Homosexualität und Geschlechterfragen darstellt. Seine fotografischen Arbeiten sind in Form von Portraits, Stillleben, Himmelsaufnahmen, astronomischen Beobachtungen, Aufsichten und Landschaftsbildern zu sehen.

Um seine Kunst auszubauen, arbeitet Tillmans mit verschiedenen Möglichkeiten der Abstraktion. So beispielsweise auch in der Sammlung «Silver», in seiner «paper drop»-Serie und der «Lighter»-Serie. Bei den Silver-Arbeiten arbeitet Tillmans mit unterbelichtetem Fotopapier, das mit verschiedenen Chemikalien bearbeitet wurde. Daraus entstehen Schlieren, Verläufe und Kratzer, welche dann ein Bild ergeben. Bei der «paper drop»-Serie fotografiert Tillmans gerollte Papierbögen, die als skulpturale Objekte präsentiert werden.  Die «Lighter»-Serie besteht dagegen aus einem mit Knicken versehenen Fotopapier, dass in Plexiglaskisten ausgestellt wird.

Weitere Arbeiten von Tillmans sind die Tischarbeiten mit dem Namen «truth study center». Hierbei werden eigene Fotografien und anderes gesammeltes Material auf eine Glasplatte geklebt, gezeichnet oder gelegt. Diese Tischarbeiten haben meist ein politisches Thema, wie zum Beispiel «Die Ausübung von Macht hinter den Ideologien des islamischen Fundamentalismus, des Katholizismus und des Kapitalismus».

Bevor Tillmans 2012 zur Digitalphotographie wechselte, fotografierte er mit einer analogen Spiegelreflexkamera. Es war eine Kleinbildkamera von Contax mit einer 50mm-Linse. Für Tillmans gab es einen wesentlichen Unterschied zwischen Digitalphotographie und analoger Photographie. Er beschreibt den Unterschied als «komplettes Auf-den-Kopf-Stellen der Psychologie der Fotografie, die immer ein Zwiegespräch war zwischen Fotograf, Objekt und dem imaginären Bild, dass man sich vorstellt, denkt, erhofft». Seine Begründung lautet, dass er sich der Welt anpassen muss, die mittlerweile alles in HD darstellt.

 

«Ich mache Bilder, um die Welt zu erkennen» – Wolfgang Tillmans

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